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Anders als bei einer Erdbestattung gibt es nach einer Seebestattung kein Grab zum Besuchen. Dennoch gibt es vielfältige Möglichkeiten, zu gedenken und die Erinnerung lebendig zu halten.

Die Seekarte als Erinnerung

Nach der Seebestattung erhalten die Angehörigen eine Seekarte mit den exakten GPS-Koordinaten der Beisetzungsstelle. Dieses Dokument dient als dauerhaftes Erinnerungsstück und symbolischer Ort des Gedenkens.

Die Seekarte kann eingerahmt werden und findet oft einen besonderen Platz in der Wohnung. Manche Angehörigen nutzen die Koordinaten, um den Ort auf digitalen Karten anzuzeigen.

Gedenkfahrten

Viele Anbieter ermöglichen Gedenkfahrten – erneute Fahrten zur Beisetzungsstelle zu einem späteren Zeitpunkt. Diese werden oft zu besonderen Anlässen unternommen:

  • Todestag (Jahrestag der Beisetzung)
  • Geburtstag des Verstorbenen
  • Andere bedeutsame Daten

Bei einer Gedenkfahrt können Angehörige erneut den Ort aufsuchen, Blumen ins Wasser geben und in Stille gedenken. Die Dauer beträgt meist etwa eine Stunde.

Erinnerung zu Hause

Viele Angehörige schaffen sich einen Erinnerungsort zu Hause:

  • Erinnerungsecke: Ein kleiner Bereich mit der gerahmten Seekarte, einem Foto des Verstorbenen und einer Kerze.
  • Erinnerungsstücke: Muscheln, Steine vom Strand oder maritime Gegenstände, die an den Verstorbenen erinnern.
  • Baumpflanzung: Ein Baum im Garten als lebendiges Gedenken.
  • Erinnerungsbuch: Ein Album mit Fotos, Geschichten und Erinnerungen.

Digitales Gedenken

Digitale Möglichkeiten ergänzen das traditionelle Gedenken:

  • Online-Gedenkseiten: Plattformen, auf denen Fotos, Texte und Erinnerungen geteilt werden können.
  • Digitale Fotoalben: Gemeinsam gepflegte Sammlungen von Erinnerungen.
  • Soziale Medien: Manche Familien nutzen geschlossene Gruppen zum Austausch von Erinnerungen.

Digitale Gedenkformen ermöglichen es auch geografisch verstreuten Familien, gemeinsam zu erinnern.

Gedenken mit Kindern

Für Kinder ist es wichtig, eigene Wege des Gedenkens zu finden:

  • Geschichten erzählen: Regelmäßig Geschichten über den Verstorbenen erzählen.
  • Malen und Basteln: Bilder malen oder Erinnerungsstücke basteln.
  • Briefe schreiben: Briefe an den Verstorbenen schreiben (und ggf. später bei einer Gedenkfahrt ins Wasser geben – auf umweltfreundlichem Papier).
  • Strandbesuche: Gemeinsame Besuche an der Küste als Ritual.
  • Kerze anzünden: Ein einfaches Ritual, das Kindern Struktur gibt.

Kinder sollten in die Gestaltung des Gedenkens einbezogen werden und eigene Rituale entwickeln dürfen.

Gedenktage gestalten

Ohne ein physisches Grab können Gedenktage anders gestaltet werden:

  • Küstenbesuch: Ein Ausflug an die Küste, in die Nähe der Beisetzungsstelle.
  • Gedenkfahrt buchen: Für besondere Jahrestage.
  • Familienzusammenkunft: Ein gemeinsames Essen oder Treffen, bei dem Erinnerungen geteilt werden.
  • Kerze anzünden: Zu Hause oder an einem symbolischen Ort.
  • Lieblingsmusik hören: Musik, die der Verstorbene geliebt hat.

Der Ort des Gedenkens

Bei einer Seebestattung ist der "Ort des Gedenkens" nicht physisch zugänglich. Für manche Menschen ist genau das befreiend – das Meer als weite, unendliche Ruhestätte. Für andere erfordert es eine Umstellung im Umgang mit Trauer.

Die Seekarte, Küstenorte in der Nähe oder ein selbst geschaffener Erinnerungsort zu Hause können als Ersatz für das klassische Grab dienen.

Weiterführende Informationen

Zuletzt aktualisiert:

Alle Angaben ohne Gewähr. Diese Informationen ersetzen keine individuelle Beratung durch ein Bestattungsunternehmen.