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Die Seebestattung wird oft als umweltfreundliche Alternative zur traditionellen Erdbestattung betrachtet. Doch wie steht es wirklich um die ökologischen Aspekte?

Kein Flächenverbrauch

Einer der größten ökologischen Vorteile der Seebestattung ist der fehlende Flächenverbrauch:

  • Keine dauerhafte Belegung von Friedhofsflächen
  • Kein Grabstein, keine Grabeinfassung
  • Keine langfristige Landnutzung für Bestattungszwecke

Gerade in Ballungsräumen, wo Friedhofsflächen knapp und teuer werden, ist dies ein relevanter Aspekt.

Biologisch abbaubare Urnen

Für Seebestattungen sind ausschließlich biologisch abbaubare Urnen zugelassen. Die verwendeten Materialien:

  • Lösen sich vollständig im Wasser auf
  • Hinterlassen keine Rückstände
  • Geben keine Schadstoffe ans Meer ab

Zugelassene Materialien sind unter anderem gepresster Sandstein, Salze, unglasierter Ton, Zellulose und spezielle Bio-Verbundstoffe. Mehr dazu auf der Seite Seeurnen.

Keine dauerhaften Umweltbelastungen

Im Vergleich zur traditionellen Erdbestattung entfallen bei der Seebestattung:

  • Grabpflege-Chemikalien: Keine Dünger, Pflanzenschutzmittel oder Reinigungsmittel für Grabsteine.
  • Materialverbrauch: Kein Sarg, kein Grabstein, keine Grabeinfassung aus Stein oder Beton.
  • Transport: Weniger Fahrten als bei regelmäßigen Friedhofsbesuchen über Jahre.

Rückkehr in den natürlichen Kreislauf

Bei der Seebestattung werden die Aschereste Teil des marinen Ökosystems:

  • Die Urne löst sich am Meeresboden auf
  • Die Asche wird vom Wasser aufgenommen
  • Die Elemente kehren in den natürlichen Stoffkreislauf zurück

Für viele Menschen hat dieser Gedanke – die Rückkehr in die Natur – auch eine symbolische Bedeutung.

Kritische Betrachtung

Eine faire Betrachtung der Umweltaspekte erfordert auch den Blick auf weniger günstige Faktoren:

Kremation

Eine Seebestattung erfordert zwingend eine vorherige Einäscherung. Die Kremation selbst:

  • Verbraucht Energie (Erdgas oder Strom)
  • Verursacht CO₂-Emissionen
  • Erfordert Filteranlagen für die Abluft

Moderne Krematorien nutzen Wärmerückgewinnung und strenge Filteranlagen, um die Belastung zu minimieren.

Schiffsfahrt

Die Fahrt zur Beisetzungsstelle verbraucht Treibstoff. Bei größeren Gruppen relativiert sich dieser Verbrauch pro Person.

Aschezusammensetzung

Die Kremationsasche enthält neben Calciumphosphat auch Spuren von Schwermetallen (z.B. aus Zahnfüllungen oder Implantaten). Wissenschaftliche Studien zeigen jedoch, dass die Mengen vernachlässigbar gering sind und keine messbare Umweltbelastung darstellen.

Zusammenfassung

Die Seebestattung ist im Vergleich zur traditionellen Erdbestattung eine ressourcenschonende Alternative, insbesondere hinsichtlich Flächenverbrauch und langfristiger Landnutzung. Die Kremation als Voraussetzung bedeutet jedoch einen Energieaufwand, der in die Gesamtbilanz einbezogen werden sollte.

Letztlich ist die Wahl der Bestattungsform eine persönliche Entscheidung, bei der neben ökologischen auch emotionale, kulturelle und praktische Aspekte eine Rolle spielen.

Weiterführende Informationen

Zuletzt aktualisiert:

Alle Angaben ohne Gewähr. Diese Informationen ersetzen keine individuelle Beratung durch ein Bestattungsunternehmen.